2. Ausbildungsjahr

LERNEN SIE CHINESISCHE MEDIZIN
IN IHRER VIELFALT!

15 Wochenenden
6 Freitage (15.00-21.00 Uhr)
100 Stunden Lehrpraxis
Zwischenprüfung

Im 2. Jahr stehen die Physiologie und Pathologie der Organ-Funktionskreise (zangfu), die diagnostischen Grundlagen, Behandlungsstrategien und die Behandlung mit Akupunktur, Moxibustion sowie Ernährungsempfehlungen im Vordergrund.

Krankheitsursachen: innere, äußere, neutrale

In der Chinesische Medizin wird Krankheit in einen umfangreichen Zusammenhang gestellt, der klimatische Bedingungen, Emotionen, Ernährung und Lebensweise verknüpft. Dies dient als wichtige Grundlage für eine ganzheitliche Therapie.

Physiologie und Pathologie der Funktionskreise (zangfu) – das chinesische Organsystem

Die SchülerInnen lernen

  • die physiologischen Funktionen der zangfu sowie die Ätiologie und Pathologie ihrer Erkrankungsmuster (Syndrome)
  • die pathologischen Mechanismen und die innere Vernetzung der zangfu-Syndrome
  • die differenzierte Behandlung mit Akupunktur, Moxibustion und Ernährung

Die Analyse von Falldarstellungen sowie die Arbeit in der Lehrpraxis helfen dabei, die Syndrom-Muster der zangfu  anhand der Symptomatik der PatientInnen zu unterscheiden, eine klare Diagnose zu erarbeiten und eine Behandlungsstrategie zu entwickeln.

Die Diagnostik der Chinesischen Medizin

Die vier traditionellen diagnostischen Methoden sind die Grundlage der Diagnose und der daraus folgenden Behandlungsstrategie

  1. Sehen: Differenzierung spezifischer Zeichen von Zunge, Haut und Gesichtsfarb
  2. Hören und Riechen: Klang der Stimme, Husten sowie der Körpergeruch bzw. der Geruch der Ausscheidungen
  3. Tasten: Pulsdiagnose, Tasten der Haut und der diagnostisch wichtigen Akupunkturpunkte
  4. Befragen: das Gespräch mit der Patientin oder dem Patienten – die Anamnese

Chinesische Diätetik

Die chinesische Ernährungslehre ist eine Ernährungsform, die Nahrungsmittel und Zubereitungsarten nach ihrer energetischen Wirkung auf den Körper einteilt. Dabei werden keine Kalorien gezählt oder Vitamine gemessen, sondern die thermische Wirkung, der Geschmack und die Wirkrichtung sind ausschlaggebend, ob ein Nahrungsmittel für bestimmte PatientInnen mit ihrer Pathologie bzw. Konstitution zuträglich ist oder nicht. Es werden Kriterien zur Beurteilung von Nahrungsmitteln besprochen und allgemeine Regeln einer gesunden Ernährung im Sinne der Chinesischen Medizin erörtert. Die SchülerInnen lernen, wie einzelne Erkrankungsmuster mit speziellen Ernährungsplänen begleitet werden.

Behandlungsstrategien

Aus der Diagnose ergeben sich verschiedene Möglichkeiten der kurz- und langfristigen Behandlungsstrategien. Die Frage “Wann wird die Wurzel (Ben), wann der Zweig (Biao) behandelt?” wird an verschiedenen Fällen dargestellt und diskutiert.

Energetische Wirkung der einzelnen Akupunkturpunkte und Punktkombinationen

Das Wissen um die wichtigsten Wirkungen der einzelnen Akupunkturpunkte sowie ihre Gewichtung und Funktion innerhalb verschiedener Punktkombinationen wird vertieft.
Dabei spielen verschiedene Aspekte eine wichtige Rolle, z.B.

  • die Bedeutung der chinesischen Bezeichnung des einzelnen Punktes für das Verständnis seiner Wirkung
  • die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Punktkategorie
  • die Verbindung zu Punkten anderer Leitbahnen, z.B.
    • zum Yin- bzw. Yang-Leitbahnpartner
    • über die 6 Schichten
    • über die Mittag-Mitternacht-Verbindung
    • im Rahmen der Organuhr

Moxibustion, Feuernadel, Schröpfen, Gua Sha

Die Wärmebehandlung der Akupunkturpunkte ist – bei entsprechender Diagnose – eine weitere Möglichkeit der Therapie. An diesem ganz praktisch orientierten Wochenende werden die verschiedenen Moxibustionsarten (direkte, indirekte) demonstriert und in Partnerübungen praktische Sicherheit erlangt.

Punktlokalisation

Die Freitagabende dienen dazu, schon bekannte Punkte bzw. Leitbahnen zu wiederholen sowie neue Punkte der einzelnen Leitbahnen zu lokalisieren.
Puls- und Zungendiagnose sowie praktisches Nadeln ergänzen den Unterricht.