2. Ausbildungsjahr (3. und 4. Semester)
LERNEN SIE CHINESISCHE MEDIZIN
IN IHRER VIELFALT!
Im 2. Ausbildungsjahr stehen die Physiologie und Pathologie der Organ-Funktionskreise (zangfu), die diagnostischen Grundlagen, Behandlungsstrategien und die Behandlung mit Akupunktur, Moxibustion und Ernährung im Vordergrund.
In der Lehrpraxis erleben Sie als BeisitzerIn die Behandlung der PatientInnen, diskutieren die Behandlungsstrategien und verfolgen den Behandlungsverlauf.
Lehrpraxis: 121 Unterrichtsstunden
3. Semester 147 Unterrichtsstunden
9 Wochenenden – 5 Freitagnachmittage
Physiologie und Pathologie der Funktionskreise (zangfu)
das chinesische Organsystem
Die SchülerInnen lernen
- die physiologischen Funktionen der zangfu sowie die Ätiologie und Pathologie ihrer Erkrankungsmuster (Syndrome)
- die pathologischen Mechanismen und die innere Vernetzung der zangfu-Syndrome
- die differenzierte Behandlung mit Akupunktur, Moxibustion und Ernährung
Die Analyse von Falldarstellungen sowie die Arbeit in der Lehrpraxis helfen dabei, die Syndrom-Muster der zangfu anhand der Symptomatik der PatientInnen zu unterscheiden, eine klare Diagnose zu erarbeiten und eine Behandlungsstrategie zu entwickeln.
Die Diagnostik der Chinesischen Medizin
Die vier traditionellen diagnostischen Methoden sind die Grundlage der Diagnose und der daraus folgenden Behandlungsstrategie
- Sehen: Differenzierung spezifischer Zeichen von Zunge, Haut und Gesichtsfarb
- Hören und Riechen: Klang der Stimme, Husten sowie der Körpergeruch bzw. der Geruch der Ausscheidungen
- Tasten: Pulsdiagnose, Tasten der Haut und der diagnostisch wichtigen Akupunkturpunkte
- Befragen: das Gespräch mit der Patientin oder dem Patienten – die Anamnese
Behandlungsstrategien
Aus der Diagnose ergeben sich verschiedene Möglichkeiten der kurz- und langfristigen Behandlungsstrategien. Die Frage “Wann wird die Wurzel (Ben), wann der Zweig (Biao) behandelt?” wird an verschiedenen Fällen dargestellt und diskutiert.
Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten
Die SchülerInnen werden angeleitet, themenbezogene Informationen im Internet und in der Literatur zu recherchieren. Außerdem werden die inhaltlichen und formalen Grundlagen für die Gestaltung einer Seminararbeit vermittelt.
4. Semester – 133 Unterrichtsstunden
7 Wochenenden – 5 Freitagnachmittage
Tuina – die Massageform der Chinesischen Medizin, Gua Sha
Tuina ist eine der ältesten manuellen Therapien und eine gute Ergänzung zur Akupunktur. Viele PatientInnen schätzen es sehr durch Berühren behandelt zu werden. Die Hauptwirkung dieser chinesischen Heilmassage liegt im Bewegen von Energie (qi) und Blut (xue). Sie lernen einfache Tuina-Techniken besonders zur Behandlung des Rückens, der Schultern und Hüften sowie den Einsatz der Gua Sha-Methode.
Chinesische Diätetik
Für einzelne Erkrankungsmuster werden individuelle Ernährungsempfehlungen erarbeitet und die SchülerInnen lernen, wie sie ihre PatientInnen mit diesen gezielt begleiten.
Energetische Wirkung der einzelnen Akupunkturpunkte und Punktkombinationen
Das Wissen um die wichtigsten Wirkungen der einzelnen Akupunkturpunkte sowie ihre Gewichtung und Funktion innerhalb verschiedener Punktkombinationen wird vertieft.
Dabei spielen verschiedene Aspekte eine wichtige Rolle, z.B.
- die Bedeutung der chinesischen Bezeichnung des einzelnen Punktes für das Verständnis seiner Wirkung
- die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Punktkategorie
- die Verbindung zu Punkten anderer Leitbahnen, z.B.
- zum Yin- bzw. Yang-Leitbahnpartner
- über die 6 Schichten
- über die Mittag-Mitternacht-Verbindung
- im Rahmen der Organuhr
Die spirituellen Aspekte und Emotionen
in der Chinesischen Medizin
Die SchülerInnen erhalten – bezugnehmend auf die Fünf Wandlungsphasen – einen vertieften und erweiterten Einblick in die Differenzierung der einzelnen spirituellen und emotionalen Aspekte.
Moxibustion, Feuernadel, Schröpfen
Die Wärmebehandlung der Akupunkturpunkte ist – bei entsprechender Diagnose – eine weitere Möglichkeit der Therapie. An diesem ganz praktisch orientierten Wochenende werden die verschiedenen Moxibustionsarten (direkte, indirekte) und Schröpftechniken demonstriert und in Kleingruppen geübt.
Punktlokalisation
Die Freitagabende dienen dazu, schon bekannte Punkte bzw. Leitbahnen zu wiederholen sowie neue Punkte der einzelnen Leitbahnen zu lokalisieren.
Puls- und Zungendiagnose sowie praktisches Nadeln ergänzen den Unterricht.

