Ausbildung Westliche Kräuter in der Chinesischen Medizin
Birte Hinz, Marcel Janson und Wolfgang Palm
17.03.18 bis 05.05.19

WEST UND OST SINNVOLL UND EFFEKTIV VERBINDEN

Kursbeschreibung

Die Kräutertherapie ist ein wichtiges Behandlungsverfahren in der Chinesischen Medizin.
Die chinesische Kräutertherapie hat sich im Rahmen des Chinesischen Heilsystems über eine 2000-jährige Erfahrungsgeschichte zu einer großen Differenziertheit und Komplexität in Diagnose und Rezepturenlehre entwickelt.
Kräuter haben Bezüge zu bestimmten Leitbahnen und für sie können energetische Wirkrichtungen beschrieben werden, bei denen die Geschmäcker eine wichtige Rolle spielen.
Akupunkturbehandlung und Kräuterrezeptur ergänzen sich so in idealer Weise, da beide das gleiche diagnostische System nutzen und so synergetisch wirken. Seit vielen Jahren arbeiten TherapeutInnen der Chinesischen Medizin daran, auch unseren europäischen Schatz an Heilkräutern im Rahmen des diagnostischen Systems der Chinesischen Medizin zu beschreiben.
Europäische Kräuter werden seit über 2000 Jahren in griechischen, römischen, arabischen, mittelalterlichen und Renaissance-Quellen detailliert nach Geschmack, Thermik und Erfahrung der Wirkungen auf den menschlichen Körper beschrieben. Damit können diese Kräuter auch in das diagnostische und therapeutische System der Chinesischen Medizin eingeordnet werden.
Immer mehr KollegInnen setzen den reichen Schatz medizinisch wirksamer westlicher Kräuter innerhalb der Chinesischen Medizin erfolgreich ein. Die westlichen Kräuter finden eine hohe Akzeptanz bei den PatientInnen, sind leicht zu beschaffen, vom Preis her erschwinglich und auch in ihrer Qualität kontrolliert.

Zentraler Punkt in der Verschreibung von Kräutern ist neben der Wirkung der Einzelkräuter die Rezepturenlehre. Diese lässt sich mit heimischen Heilpflanzen inzwischen ähnlich umsetzen wie mit chinesischen Kräutern. Das Argument, dass unsere Kräuter nach TCM-Kriterien nicht genügend erforscht seien, ist so nicht mehr gültig. Wir können bei uns auf eine mehr als 2500 Jahre alte Tradition der Kräutermedizin zurückblicken, in der die Pflanzen nach energetischen Gesichtspunkten eingesetzt wurden.
Aus griechischen, römischen, arabischen, mittelalterlichen und Renaissance-Quellen liegt uns eine ungeheure Fülle medizinischer Literatur vor, in der die Heilpflanzenkunde stets eine zentrale Rolle einnahm. Basierend auf der Viersäftelehre verfügen wir über detaillierte Informationen der heimischen Kräuter, was Geschmack, Thermik und die hygrischen Eigenschaften anbelangt. Kombiniert man dieses Wissen mit der Chinesischen Medizin, so eröffnet sich eine faszinierende Synthese zweier Medizinsysteme, die nicht weit auseinander liegen.

In den 25 Tagen beschäftigen wir uns an jedem Wochenende

mit detaillierten Pflanzenmonographien
mit einigen historischen Betrachtungen und Beschreibungen zu einzelnen Heilpflanzen
mit den energetischen Qualitäten und Wirkungen der Kräuter entsprechend der Chinesischen Medizin
mit dem Erkennen der Pflanzensignaturen und dem daraus abgeleiteten Wirkungsspektrum
mit verschiedenen Behandlungsstrategien der Chinesischen Medizin
mit dem Einsatz verschiedener Kräuterrezepturen bezogen auf verschiedene Syndrom-Muster
mit der Rezepturenlehre, das heißt der sinnvollen Zusammenstellung einer Rezeptur nach der erfolgten chinesischen Diagnose
mit notwendigen, am Patienten ausgerichteter Modifizierungen
mit zahlreichen Patientenbeispielen, die das Erlernte praktisch verdeutlichen
mit Dosierung und Darreichungsform der Kräuter bzw. Rezepturen
An jedem Wochenende werden ausgewählte Pflanzen als Tee zubereitet und probiert, um so die Kräuter auch sinnlich erfahrbar zu machen.

Lernziel
Am Ende des Grundkurses ist jeder Teilnehmer in der Lage, auf der Grundlage einer TCM-Diagnose eine individuelle Rezeptur aus westlichen Heilkräutern zu erstellen und diese im Behandlungsverlauf an die Veränderungen des Patienten anzupassen.

Der Lernstoff für den Grundkurs umfasst im einzelnen

  1. Die Oberfläche öffnende Kräuter und Rezepturen: 17./18. März 2018 – mit Birte Hinz
    Bei den Oberfläche-öffnenden Pflanzen dominiert oft der scharfe Geschmack. Viele von Ihnen gehören zu den „Diaphoretika“. Außerdem behandeln Kräuter aus dieser Klasse auch manche Hautkrankheiten oder Bi-Syndrome.
  2. Qi tonisierende Kräuter und Rezepturen: 13.-15. April 2018 – mit Wolfgang Palm
    Unter Qi-Tonika versteht man Pflanzen, die Leerezustände von Milz, Magen, Lunge, Herz oder Niere behandeln. In der europäischen Phytotherapie werde sie „Roborantien“ genannt. Qi-tonisierende Pflanzen verstärken Qi oder füllen es auf. Aufgrund der kräftigenden Eigenschaften sind sie ernährend,
  3. Blut tonisierende Kräuter und Rezepturen: 26./27. Mai 2018 – mit Marcel Janson
    Das Blut hat Yin-Charakter und Yin- und Blut-Leere haben einiges gemeinsam. Kräuter, die das Blut aufbauen, sind süß und ernährend und sind Bestandteile sehr vieler Rezepturen. Für die Behandlung von Frauen sind sie unerlässlich.d.h. süß und nach europäischer Tradition leicht bitter
  4. Hitze kühlende Kräuter und Rezepturebn: 22.-24. Juni 2018 – mit Wolfgang Palm
    Hitze klärende Pflanzen sind bitter und kalt und behandeln heiße Erkrankungen. Hier wird die Hitze nicht über die Oberfläche ausgeleitet, sondern über Urin und Stuhl. Die Kräuter behandeln u. a. Hitze in den Organen oder den 4 Schichten.
  5. Feuchtigkeit ausleitende Kräuter und Rezepturen: 01./02. September 2018 – mit Birte Hinz
    Feuchtigkeit umfasst zwei Begriffe: Ödeme und Stagnation von Feuchtigkeit. Letztere zeigt sich v. a. in den Atemorganen und im Verdauungstrakt. Die behandelnden Pflanzen werden in der europäischen Tradition als „Diuretika“ bezeichnet.
  6. Qi- und Blut bewegende Kräuter und Rezepturen: 26.-28. Oktober 2018 – mit Wolfgang Palm
    Stase-Probleme sind Phänomene unserer Gesellschaft. Wir bewegen uns zu wenig, ernähren uns zu gut und haben zu viel Stress. Qi stagniert, Blut wird statisch. Pflanzen, die das Blut bewegen, enthalten biochemische Inhaltsstoffe wie Cumarine, Flavonoide, ätherische Öle oder Saponine. Sie sind aromatisch, leicht scharf und leicht warm. Diese Pflanzen wirken auf „dickes“ Blut, hochviskoses Blut, Gerinnungsstörungen, Blutverklumpung oder Probleme der Mikrozirkulation. Viele Qi-Beweger werden in der europäischen Phytotherapie als Cholagoga bezeichnet.
  7. Yang tonisierende Kräuter und Rezepturen: 07.-09. Dezember 2018 – Mit Marcel Janson
    Yang-Tonika behandeln endogene oder exogene Kälte-Probleme im Körper. Sie haben einige Gemeinsamkeiten mit den Qi-Tonika und der Übergang ist oft fließend. Die Kräuter sind trocken, warm bis hitzig und partiell scharf.
  8. Yin tonisierende Kräuter und Rezepturen: 09./10. Februar 2019 – mit Marcel Janson
    Yin-Tonika behandeln Trockenheitsprobleme und Leere der Säfte im Körper. Sie sind befeuchtend, ernährend und Substanz aufbauend. In dieser Kategorie werden auch Jing-Tonika besprochen.
  9. Adstringierende Kräuter und Rezepturen: 23./24. März 2019 – mit Birte Hinz
    Kräuter dieser Klasse behandeln den Verlust von Qi, Blut oder Säften. Alle diese Verluste sind eine Leere-Pathologie, so dass die Kräuter zusammen mit Qi-Tonika kombiniert werden sollten. Hierher gehören u. a. Probleme wie vermehrtes Schwitzen, vermehrtes Wasserlassen, Blutverlust oder Durchfälle, aber auch der Verlust von Energien.
  10. Schleim bewegende und ausleitende Kräuter und Rezepturen: 03.-05. Mai 2019 – mit Birte Hinz
    Schleim sammelt sich bevorzugt in den Atemorganen. Die Pflanzen, die diese Problematik behandeln, enthalten oft ätherische Öle (transformieren Schleim) oder Saponine (lösen Schleim). Sie sind aromatisch oder scharf und werden bei uns „Antitussiva“ oder „Sekretolytika“ genannt. In diese Klasse gehören auch Kräuter, die nicht materiellen Schleim behandeln wie Schleim in den Leitbahnen oder den Gliedmaßen. Sie bewähren sich häufig bei der Behandlung von Arteriosklerose oder manchen neurologischen Erkrankungen.

Voraussetzungen der TeilnehmerInnen

Kenntnisse in Chinesischer Medizin

Teilnahmebestätigung

Alle TeilnehmerInnen erhalten nach bestandener Prüfung ein Zertifikat oder – ohne Prüfung – eine Teilnahmebestätigung der
Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V.

Kräuterexkursion nach Absprache am letzten Wochenende.

DozentInnen

bh

Birte Hinz
Heilpraktikerin, in eigener Praxis tätig seit 1996. 1986-1990 Studien der Humanmedizin, Chemie und Philosophie. Es folgten Tätigkeiten im Urban-Krankenhaus, Berlin und in der häusliche Krankenpflege.
1991-95 Ausbildung in Berlin an der freien Heilpraktikschule Hasenheide e.V., mit den Schwerpunkten TCM (Traditionelle chinesische Medizin), Akupunktur bei Ruthild Schulze und Stephan Raatz und traditioneller Pflanzenheilkunde u. a. bei Ulrike Struck und Sibylle van Luijk.
2000- 2002, Chinesische Massage: Ausbildung zur TuiNa-Therapeutin und Weiterbildung zur Kinder-TuiNa-Therapeutin bei Annette Jonas. 2002- 2005: Ausbildung westliche Heilpflanzen in der Chinesischen Medizin bei Dr. rer. nat. Eva Mosheim Heinrich. Seit November 2009 unterrichtet Sie westliche Heilpflanzen in der Chinesischen Medizin in der Biomedica -Schule (www.biomedica.ch) in Zürich.Im Juni 2010 hat sie den 5-Elemente-Garten in Thedinghausen – Oetzten eröffnet und bietet dort regelmäßig Führungen an (www.holunderhof-ev.de).
Sie organisiert den Kräuterheilkundetag für westliche Pflanzen in der Chinesischen Medizin auf dem Rothenburger Kongress.

mj

Marcel Janson
Jg. 1969, verheiratet, 1 Kind
3-jährige Vollzeitausbildung zum Heilpraktiker an der Hessischen Heilpraktikerschule des FDH in Hochheim/Main von 1992 – 1995. Anschließend 3-jährige Akupunktur-Ausbildung am ABZ MITTE in Offenbach. Danach folgte eine weitere mehrjährige Ausbildung in „Westliche Kräuter in der Chinesischen Medizin“ bei Dr.rer.nat. Eva Mosheim-Heinrich am ABZ-West, Wuppertal; Weiterbildungen in Japanischer Akupunktur und Moxatherapie nach Dr. Manaka, Schädelakupunktur nach Yamamoto, sowie Balancemethode nach Dr. Tan.
Seit 1996 niedergelassen in eigener Praxis mit den Schwerpunkten Akupunktur, westliche Kräuter in der Chinesischen Medizin und manuelle Therapieverfahren.
Neben der Praxis umfangreiche Lehr- und Dozententätigkeit: seit 2001 in Akupunktur und TCM für den Fachverband Deutscher Heilpraktiker Rheinland-Pfalz, seit 2010 an der BioMedica, Zürich zum Thema „Westliche Kräuter in der Chinesischen Medizin“ und seit 2011 im ABZ MITTE, Offenbach im Team der 3-jährigen Akupunktur-Ausbildung.
Leiter des Qualitätszirkels der AGTCM in Bad Münster am Stein seit 2007.

wp

Wolfgang Palm
praktiziert seit 1994 in Berlin, Prenzlauer Berg, mit Schwerpunkt japanische Akupunktur und westliche Kräuter in der Chinesischen Medizin. Außerdem ist er Dozent an der Heilpraktikerschule „Institut für Phytotherapie“, wo er chinesische Medizin in Verbindung mit westlichen Kräutern unterrichtet. Grundlagen für seine Arbeit mit den Kräutern waren vor allem die Seminare und Arbeitsgruppen von Francois Ramakers und Eva Mosheim-Heinrich. Weitere Informationen auch unter www.w-palm.de

Die Organisation

Kursort
Ausbildungszentrum Mitte
Frankfurter Str. 59
63067 Offenbach, im Hof Eingang rechts, 3. Stock
Tel: 069 / 82 36 14 17, Fax: 069 / 82 36 17 49

Termine
2018: 17./18.03, 13.-15.04, 26./27. 05., 22.-24.06, 01./02.09., 26.-28.10, 07.-09.12.2018
2019: 09./10.02., 23./24.03., 03.-05. 05.2019

Kurszeiten
Freitag: 13.30 – 20.00 Uhr
Samstag: 10.00 – 18.00
Sonntag: 09.00 – 15.00

Creditstunden: 173

Kosten (inkl. Script, Kaffee, Tee): 2928 €
AGTCM-Mitglieder: 2342 €
SBO-TCM: 2635,20 €
In 12 Raten zu 244 / 195,16 / 219,60 €

Zertifizierung bei der LÄK Hessen kann beantragt werden.
Bitte 4 Wochen vorher im Büro nachfragen.
Verantwortlich für die Organisation des Kurses ist die ärztliche
Arzneimittel-Fortbildungsleiterin des ABZ MITTE Dr. med. Karin Bervoets.

SBO-TCM anerkannt (……. Std. zu 60 min – Anerkennungsnummer: ….. )

Diese Fortbildung ist zertifiziert durch den Bund Deutscher Heilpraktiker (BDH). Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an unser Büro.

Anmeldung bis 02.02.2018

Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie 2-3 Wochen vor Kursbeginn eine Rechnung mit allen Kursdaten und den genauen Informationen zu den Zahlungsmodalitäten.