Ausbildung Chinesische Arzneimitteltherapie – 15 x 3 Tage ab 18.11.2016
DozentInnen-Team
18.11.16 bis 29.04.18

Dr. rer.nat. Ines Maria Brüntrup
Heike Jarms
Nalini Kirk
Bernd Schleifer

Die nächste Ausbildung beginnt am 01. März 2019
15 Wochenenden von Freitag 15.00 Uhr bis Sonntag 15.30

Themen- und Terminplan und Kusbeschreibung

Kursbeschreibung

Wird die Akupunktur und Moxibustion zur „Äußeren Therapie“ (Wei Zhi) der Chinesischen Medizin gerechnet, so gehört die Chinesische Arzneimitteltherapie (oder auch Kräutertherapie) zu den Therapieverfahren „Innere Therapie“ (Nei Zhi). Die Chinesische Arzneimitteltherapie wird in China seit über 2000 Jahren praktiziert und ihr Stellenwert hat in den letzten Jahren auch im Westen stetig zugenommen.

Die Chinesische Arzneimitteltherapie basiert, wie alle anderen Verfahren der Chinesischen Medizin (Akupunktur, Moxibustion, Tuina, Qigong, Diätetik), zum größten Teil auf den gleichen grundlegenden Konzepten der Chinesischen Medizin wie den Theorien von Yin und Yang, den Fünf Wandlungsphasen, den Zangfu (Organen), Leitbahnen usw.

Sie ermöglicht einen direkten, fein steuerbaren Einfluss auf die Zangfu (inneren Organe) sowie die Substanzen des Körpers (Blut-Xue und Körpersäfte-Jinye).

Das Studium der Chinesischen Arzneimitteltherapie führt zu einem tieferen Verständnis aller Aspekte der Chinesischen Medizin, ihrer Physiologie, Pathologie und Therapie und kann für alle AkupunkteurInnen eine beträchtliche Erweiterung ihres diagnostischen und therapeutischen Spektrums bedeuten.

Die Zielsetzung des Kurses ist …

  • eine Vertiefung der theoretischen Grundlagen und diagnostischen Fähigkeiten in der Traditionellen Chinesischen Medizin.
  • die Entwicklung eines Verständnisses für die Behandlungsprinzipien der Chinesischen Arzneimitteltherapie.
  • das Erlernen der gebräuchlichen Arzneimittel und ihre Verwendung in erprobten klassischen sowie modernen Rezepturen.
  • das Wissen um Kontraindikationen und Toxizität einzelner Kräuter sowie ihre Qualitätsbeurteilung.
  • die Vermittlung einer soliden Grundlage, um PatientInnen verantwortungsvoll und erfolgreich mit Chinesischer Arzneimitteltherapie zu behandeln.

Unterrichtskonzept und Themenstruktur in der Ausbildung

Jedes Unterrichtswochenende ist einer ausgewählten Behandlungsstrategie gewidmet, die umso besser verstanden und in die Praxis umgesetzt werden kann, wenn zu Beginn wesentliche Prinzipien – insbesondere die Physiologie, die Pathophysiologie, die Diagnostik, wie auch die Differenzialdiagnostik – gemeinsam noch mal vertieft werden. Im Anschluss verfolgen wir das Konzept, die Einzelarzneien mit der Diskussion der entsprechenden Rezepturen zu verbinden, das heißt: Einzelarzneien und Rezepturen werden gemeinsam unterrichtet. Damit werden diese unmittelbar auf den jeweiligen energetischen Kontext bezogen und erlernt. Durch Fallbeispiele wird dies im Folgenden anschaulich und praxisorientiert diskutiert.

Die einzelnen Kategorien der Materia Medica und ihre dazugehörigen Rezepturen werden im Zusammenhang mit ihren jeweils spezifischen Behandlungsstrategien vorgestellt.
Dies geschieht sehr praxisorientiert an Fallstudien aus der eigenen Praxis und aus chinesischen Krankenhäusern. Am Anfang der Ausbildung wird eine umfassende Übersicht der Terminologie sowie der wichtigsten Krankheitsmechanismen und Behandlungsstrategien in der Chinesischen Medizin gegeben, die dann an den einzelnen Wochenenden genauer beleuchtet und intensiviert werden. Somit wird allen TeilnehmerInnen der Einstieg auf gleichem Niveau ermöglicht.

Wir möchten

  • mit verschiedenen qualifizierten TherapeutInnen der Chinesischen Medizin eine betont praxisorientierte Grundausbildung in Chinesischer Arzneimitteltherapie anbieten
  • den umfangreichen Lernstoff – bei unterschiedlichem Ausgangswissen der TeilnehmerInnen – für alle lebendig und verständlich darstellen
  • alle TeilnehmerInnen zu einem begeisterten und verantwortungsvollen Umgang mit den chinesischen Kräutern anregen
  • die TeilnehmerInnen bei allen Fragen, Schwierigkeiten und Lernkrisen im Laufe dieser Ausbildung unterstützen´

Voraussetzungen der StudentInnen

Von den Kurs-TeilnehmerInnen gute Grundkenntnisse in Chinesischer Medizin erwartet.

Folgende Themen werden als bekannt vorausgesetzt: Theorie und Differenzierung der chinesischen Basistheorien, ein fundiertes Wissen und Differenzierung der Zangfu-Syndromlehre sowie gute Kenntnisse der chinesischen Diagnostik inkl. Puls- und Zungendiagnose.

Die praktische Ausbildung mit Supervision

In der Ausbildung wird die Theorie und das an Fallbeispielen Erlernte durch die praktische Arbeit an PatientInnen erweitert.

Die TeilnehmerInnen können dabei mit den DozentInnen

  • die Besonderheiten der Diagnostik im Rahmen der Chinesischen Arzneimitteltherapie praxisnah diskutieren
  • lernen, aus der Diagnose die Behandlungsstrategie zu formulieren, um dann eine geeignete Rezeptur auszuwählen, die gegebenenfalls durch unterschiedliche Gewichtung der Symptomatik bzw. individueller Symptome verändert wird.
  • den Verlauf der Behandlung erleben und evtl. notwendige Veränderungen der Rezeptur oder Behandlungsstrategie diskutieren

Diese Arbeit bedeutet ein noch intensiveres Diskutieren und Erfahren der Rezepturen und Einzelkräuter und belebt die Arbeit mit der Chinesischen Arzneimitteltherapie.

Die TeilnehmerInnen der Ausbildung, die aus der näheren Umgebung kommen, werden gebeten PatientInnen vorzustellen bzw. KursteilnehmerInnen können sich im Rahmen der Lehrpraxis behandeln lassen.

Methodik

1. Vortrag
Wesentliche thematische Grundlagen werden vorgetragen. Dabei werden unterschiedliche Erfahrungen und Vorkenntnisse der TeilnehmerInnen berücksichtigt, indem Zeit für Fragen und vertiefende Diskussionen eingeplant wird.

2. Gruppendiskussion
Rezepturen und Fälle aus der Praxis werden in der Gesamtgruppe diskutiert. Dabei spielt besonders die Anpassung klassischer Rezepturen an das individuelle Krankheitsmuster der PatientInnen eine wichtige Rolle.

3. Gruppenarbeit
Fälle aus der Praxis werden in Kleingruppen bearbeitet und anschließend in der Gesamtgruppe vorgestellt und diskutiert. Dabei geht es besonders um die Diagnostik und die Reflexion der Behandlungsstrategie in einer chinesischen Rezeptur.

Feedback

Unsere DozentInnen wünschen sich am Ende der jeweiligen Wochenenden eine mündliche Rückmeldung und konstruktive Kritik zu ihrem Unterricht.
Die Schule bittet die TeilnemerInnen der Ausbildung nach ca. der Hälfte und zum Ende der Ausbildung um eine schriftliche online Rückmeldung und wertet diese zusammen mit den DozentInnen aus.

AGTCM-Diplom und Prüfungen

Für Lernende und Lehrende ist es wichtig zu wissen, ob die angestrebten Lernziele erreicht wurden. Daher erhalten sie zum Abschluss eines jeden Wochenendes Fragen zu den jeweiligen thematischen Schwerpunkten sowie die Antworten dazu. So können sie den eigenen Wissensstand nachzuvollziehen und evtl. den Unterrichtsstoff noch einmal bearbeiten

Aus den Themen aller Fragen setzt sich im Wesentlichen auch die Zwischen- und Abschlussprüfung zusammen.
Diese erfolgt am 8. sowie letzten Wochenende der Ausbildung und besteht aus einem schriftlichen Test über 120 bzw. 180 Minuten.
Zwischen- und Abschlussprüfung müssen insgesamt mit mind. 60% der Gesamtpunktzahl bestanden werden. Die bestandene Prüfung – zusammen mit dem Nachweiß einer 350 Stunden Grundausbildung in Chinesischer Medizin sowie der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde – wird durch das Diplom der Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V. (AGTCM) bescheinigt und berechtigt zur Vollmitgliedschaft in der AGTCM. Die Vollmitglieder werden in die bundesweite Therapeutenliste der AGTCM aufgenommen und als qualifizierte TherapeutInnen ausgewiesen.

Die Dozentinnen und Dozenten

imb

Dr. rer.nat. Ines Maria Brüntrup, Neuenburg
geb. 1964, seit 2007 eigene Praxis für Chinesische Medizin in Neuenburg am Rhein.Praktische Ausbildung zur Gärtnerin in Wuppertal, Diplomstudium Biologie in Köln und Marseille, Dissertation an der Universität Bonn. Danach wissenschaftliche Assistentin/ Forschungstätigkeiten an verschiedenen Instituten, u.a. am Scripps Research Institute, Kalifornien (La Jolla), Max Planck Institut für Züchtungsforschung in Köln, Universität Freiburg, Physiologie der Pflanzen; 2003 bis 2006 dreijährige Ausbildung in Akupunktur am Ausbildungszentrum West, Wuppertal; 04.2006 bis 12.2006 Ausbildung zur Pharmareferentin am Beruflichen Ausbildungszentrum GmbH für Pharmareferenten (BAZ) in Hamburg.
2008 bis 2010 Ausbildung in Chinesische Arzneimitteltherapie am Ausbildungszentrum Mitte, Offenbach u.a. bei Dr. Karin Bervoets; 2011 bis 2013 Arzneimittelausbildung am „european institute of oriental medicine“ bei Volker Scheid; 2013 bis 2015 Mitarbeiterin der „TCM working party“ der EDQM (European Directorate for the Quality of Medicines & HealthCare).
Seit 1993 Tai Chi Chuan Schülerin, seit 2012 Tai Chi Chuan Lehrerin, Ausbildung der ITCCA (International Tai Chi Chuan Association).Seit 2012 Kundenbetreuung und TCM Spezialistin der Firma Lian ChinaherbSeit 2015 Ausbildung bei Dr. Arnaud Versluys in Shanghan Lun und Jingui Yaolue.
Regelmäßige Fortbildungen im Bereich der Chinesischen Medizin, insbesondere der Arzneimittel, u.a. bei John Chen, Huang Huang und Volker Scheid.

hj

Heike Jarms, Lörrach
geb. 1970 in Norddeutschland, 2 Kinder
Heilpraktikerin seit 1997, seit 2001 in eigener Praxis
Tuina Diplom der AGTCM bei Rolf Rothe, Akupunktur Diplom im ABZ MITTE. Chinesische Arzneitherapie Ausbildung im EIOM bei Volker Scheid. Dann folgten weitere Fortbildungen bei Volker Scheid und derzeitig bei Arnaud Versluys im Ausbildungskanon Shanghan Zabing Lun, Fortbildungen zur Dermatologie bei Mazin Al Khafaji in London, Kinderakupunkturfortbildungen bei Angela Körfers und Julian Scott. Mehrwöchiges Praktikum in TCM Klinik in Hanoi, Vietnam.
Seit 2003 Dozentin für Tuina in Basel an der Akademie für Naturheilkunde.
Seit 2006 bis 2013 Dozententätigkeit an der Drei Länderschule in Steinen
Zur Zeit Leitung eines Qualitätszirkels in Lörrach und tätig als Regionalvertretung Südwest.

nk

Nalini Kirk, Berlin
Nalini Kirk lebt und arbeitet als Heilpraktikerin und Sinologin in Berlin. Sie verfügt über eine 4-jährige Ausbildung in chinesischer Medizin bei verschiedenen chinesischen Lehrern wie Ru Xie-Ritzer und Xiaomei Li. Es folgten umfangreiche Fortbildungen am EIOM in München, unter anderem eine 2-jährige Ausbildung in chinesischer Arzneimitteltherapie bei Volker Scheid. Seit 2003 ist sie in eigener Praxis tätig. 2007 absolvierte sie einen einjährigen Studienaufenthalt am Longhua-Krankenhaus und in gynäkologischer Privatpraxis in Shanghai. Neben ihrer Praxistätigkeit widmet sie sich der wissenschaftlichen Erforschung der chinesischen Medizin, zunächst am Horst-Görtz-Stiftungsinstitut für Theorie, Geschichte und Ethik chinesischer Lebenswissenschaften der Charité und seit 2013 im Rahmen ihrer Promotion an der FU Berlin.

bs

Bernd Schleifer, München
beschäftigt sich seit Mitte der 90er Jahre mit chinesischer Medizin und ist Heilpraktiker seit 1997. Seine Ausbildung in Akupunktur absolvierte er unter anderem bei der AGTCM. Danach folgten zwei jeweils 2-jährige Ausbildungen in chinesischer Arzneimitteltherapie bei Ru Xie-Ritzer und bei Volker Scheid. Auf dieser Grundlage bildete er sich kontinuierlich bei bekannten Dozenten wie z.B. Dan Bensky, Craig Mitchell, Jane Lyttleton, Steven Clavey, Mazin Al-Khafaji, Liu Guo-Hui, Arnaud Versluys, Greta Young Jie-De und Volker Scheid fort. Außerdem vertiefte er sein Wissen im Rahmen regelmäßiger Hospitationen in China bei Ärzten in Hangzhou, Chengdu, Nanjing und Beijing.Sein besonderes Interesse liegt hierbei u.a. im Studium der klassischen Rezepturen und der Wärmekrankheiten. Er hatte dabei die Gelegenheit, von berühmten chinesischen Ärzten zu lernen, wie Prof. Huáng Huáng, (in Nanjing und Deutschland), Prof. Féng Shì-Lún, (in Beijing, Schüler von Prof. Hú Xī-Shù, 1899-1984) und Prof. Fù Yán -Líng (in Beijing und Holland, designierter Nachfolger des bedeutenden Prof. Liú Dù-Zhōu, 1917-2001). Bernd Schleifer praktiziert in eigener Praxis als Heilpraktiker in München.

Organisation und Kosten

Unterrichtsort

Ausbildungszentrum Mitte für Klassische Akupunktur und TCM e.V.
Frankfurter Str. 59 – D-63067 Offenbach
Tel.: 069-82 36 14 17
Fax: 069-82 36 17 49
www.abz-mitte.de

Alle Termine

Gesamtunterrichtsstunden: 330 Unterrichtsstunden

Unterrichtszeiten:

Freitag: 15.00 – 20.00 Uhr (0,5 Stunden Kaffeepause)
Samstag: 09.00 – 18.00 Uhr (1,5 Stunden Mittagspause)
Sonntag: 09.00 – 15.30 Uhr (1 Stunde Mittagspause)

In den Kursgebühren sind folgende Leistungen enthalten:

  • 300 Unterrichtsstunden
  • 30 Unterrichtsstunden Lehrpraxis
  • Unterrichtsunterlagen zu jedem Wochenende
  • Fragen und Abschlussprüfung
  • Tee und Kaffee während der Pausen

Kosten
18 Raten x 295,50 € (5.319 €)
AGTCM-Mitglieder und Schüler: 18 Raten x 236,40 € (4.255,20 €)
Einzelne 3-Tage WE: 426 € / AGTCM-Mitglieder: 341 €

Einzelne Unterrichtswochenenden können bei Bedarf von der Landesärztekammer Hessen zertifiziert werden

Anmeldung
Anmelden können Sie sich mit dem „Schulvertrag Arzneimitteltherapie“. Diesen können Sie sich über unser Schulbüro zuschicken lassen.
Fragen zu den notwendigen Voraussetzungen können in einem persönlichen Gespräch geklärt werden.
Die verbindliche Zusage erfolgt durch Unterzeichnung des Schulvertrages.

Zur Anmeldung sind einzureichen: Nachweis über die Heilerlaubnis sowie ein Passbild und der Nachweis von Kenntnissen in Chinesischer Medizin.

Die TeilnehmerInnenzahl ist beschränkt.

>> Hier finden Sie die Schulverträge und Kurspläne.

Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie 2-3 Wochen vor Kursbeginn eine Rechnung mit allen Kursdaten und den genauen Informationen zu den Zahlungsmodalitäten.