Zu diesem Thema existiert eine Podcast-Folge aus unserer Reihe “Wissenswertes über die Chinesische Medizin” mit Sebastian Kütter und Christoph Götte im Interview mit Dr. Anne Hardy.
Sebastian Kütter können Sie auch in einem Kurs auf dem Rothenburger TCM Kongress der AGTCM vom 12.-15. Mai 2026 erleben.
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Die Shen-Hammer-Pulsdiagnose geht ursprünglich aus der Menghe-Lineage im 16 Jahrhundert hervor. Die bekanntesten Vertreter des letzten Jahrhunderts waren Ding Gan Ren, Ding Ji Wan, Dr. John H.F. Shen und Dr. Leon Hammer.
In den letzten 20 Jahren hat Sybill Huessen die Shen-Hammer- Pulsdiagnose vor allem in Europa entscheidend geprägt. Mit ihrer herzlichen, zugewandten Art, aber auch mit ihren visionären Ideen war sie maßgeblich an der Entwicklung der heutigen Unterrichtsweise beteiligt. Leider verstarb sie im Januar viel zu früh nach kurzer schwerer Krankheit.
In ihrem Sinne führen als langjährige Begleiter Sebastian Kütter und Christoph Götte die Pulsseminare fort.
Immer wieder ist zu hören, dass Pulsdiagnose eine der schwierigsten diagnostischen Methoden der Chinesischen Medizin darstellt. Das muss aber nicht so sein. Pulsdiagnose kann jeder lernen, vorausgesetzt man geht langsam genug vor und bietet so viel Praxis wie möglich an. Dann ist Pulsdiagnose wie das Erlernen einer neuen Sprache, dazu gehören ein paar „Vokabeln” und ein bisschen „Grammatik”, um den Sprachschatz nach und nach zu erweitern.
In unserem Seminar bieten wir einen einfachen Einstieg bzw. Fortführung bestehender Kenntnisse in Pulsdiagnose. Grundlage des Seminars ist die Shen-Hammer-Pulsdiagnose, die auf den Klassikern der Pulsdiagnostik, wie z.B. Li Shi Zhen oder auch Wang Shu He beruht. Dr. John H.F. Shen und Dr. Leon Hammer haben in ihrem System die Pulsdiagnose in Anpassung der Menschen in der modernen Gesellschaft entsprechend weiterentwickelt und auch emotionale Aspekte berücksichtigt. Was uns einen viel schnelleren Zugang zum Patienten ermöglicht. Diese Weiterentwicklung schreitet voran, der Puls ist eine lebendige und sich stetig weiterentwickelnde diagnostische Modalität, die immer wieder spannende Neuentdeckungen anbietet.
Nach dem Seminar kann man das Erlernte praktisch sofort nutzen oder findet einen einfacheren Zugang zu anderen Pulssystemen.
„Man tut selten gut, was man selten tut.“
Das ist einer der Gründe, warum der Praxisanteil in unseren Kursen so hoch und die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Wir möchten so nahe wie möglich an die alte Meister-Schüler-Tradition anknüpfen. Es liegt uns Dozenten besonders am Herzen, die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen in ihrem individuellen Lernprozess dort abzuholen, wo sie sich befinden. Der hohe Anteil an Praxis und individueller Begleitung ermöglicht hierbei eine nahezu „maßgeschneiderte Lernerfahrung“ für die Teilnehmer:innen.
„Die Klassiker und die Tradition sind die Wurzeln des Baumes. Um zu wachsen, braucht es jedoch neue Zweige. Jeder Praktizierende, der in der Tradition verwurzelt ist, muss sein Denken weiterentwickeln, um neue Probleme, ein anderes Umfeld und Veränderungen bei den Menschen anzugehen. Als Reaktion auf diese Änderungen sind neue Methoden und Praktiken erforderlich, um die Medizin relevant und lebendig zu halten. Ein Studium der Klassiker ist unerlässlich, um verwurzelt zu bleiben, neues Denken ist wesentlich für Wachstum und Relevanz.“ Leon Hammer (in „Contemporary Oriental Medicine Concepts“ 2017)
Das Seminarmaterial wurde durch jahrelange Studien- und Lehrerfahrung der beiden Dozenten zusammen mit Ihrer langjährigen Dozentenkollegin Sybill Huessen didaktisch aufbereitet und auf ein modernes Niveau angehoben.
Die begrenzte Teilnehmer:innenzahl (maximal 8) ermöglicht optimales individuelles Lernen. Die Teilnehmer:innen bilden jeweils wechselnde Zweiergruppen, wobei immer eine/r davon den Puls tastet, der laufend durch den Dozenten überprüft wird. Am jeweils zweiten und/oder dritten Tag der einzelnen Level wird direkt mit Patient:innen gearbeitet und auch dabei erhalten die Lernenden regelmäßiges Feedback durch die Dozenten. Diese Methode hat sich als besonders effektiv für das Erlernen der Pulsdiagnose erwiesen.
Um mehr über die persönlichen Erfahrungen des Dozenten Christoph Götte mit dem Shen-Hammer-Pulssystem zu erfahren, klicken Sie bitte hier.
Schwerpunkte: Historischer Überblick der Pulsdiagnose, Einführung in das Pulsfühlen und das Shen-Hammer-Pulssystem, Praktisches Palpieren des Gesamtpulses in drei Tiefen, Partner:innenübungen mit kontinuierlichem Feedback, Identifikation der üblichsten Shen-Hammer-Pulsqualitäten, Vorstellung von Interpretationsmöglichkeiten der Pulsqualitäten bzw. ihre diagnostische und klinische Relevanz, Arbeiten mit Patient:innen, gemeinsame Interpretation und Einbettung der Befunde in einen Behandlungsplan.
Nachdem wir im ersten Teil den Gesamtpuls und die ersten Qualitäten ertastet haben, werden wir im zweiten Teil des Seminars die Tastfähigkeiten vertiefen und die Einzelpositionen erforschen. Hierzu werden wir die Kategorien, also das Grundgerüst und die Qualitäten, nochmal theoretisch wiederholen und gehen dann auf die Einzelpositionen praktisch im Puls ein. Die Einzelpositionen spiegeln die einzelnen Organe und können tieferen Einblick in die Physiologie und Pathologie der Patient:innen geben. Sie sind ein weiterer wichtiger Teil, um ein Gesamtbild des Menschen zu bekommen.
An diesem Wochenende legen wir wieder besonderen Fokus auf das Tasten der Pulse und versuchen das Gefühlte noch tiefer zu interpretieren. Dazu laden wir Patient:innen ein, die vom Dozenten „gepulst“ werden und in kleinen Gruppen nachgefühlt werden. Außerdem werden wir die Fälle danach diagnostizieren und Therapiemöglichkeiten besprechen.
Damit werden wir praxisnah die Integration des Pulsfühlens in den Therapeut:innen-/Patient:innen-Alltag üben, so dass man am Ende des Kurses das Werkzeug der Pulsdiagnose anwenden kann. Durch das wiederholte Nachfühlen der Pulsqualitäten ist es möglich, die Sensationen in den Fingern in Vokabular umzusetzen und aufgrund dessen einen tieferen Einblick in die Realität der Patient:innen zu bekommen. Damit kann man dann praktisch arbeiten und die Pathophysiologie der Patient:innen komplett erfassen.
Schwerpunkte: „Auffrischung", Vertiefung und Erweiterung ausgewählter praktischer und theoretischer Anteile des ersten Level durch Partnerübungen & Vorträge, Einführung in die 6 Hauptpositionen, Vorstellung verschiedener Interpretationsmöglichkeiten, Patient:innenarbeit und Fallinterpretationen in kleinen Gruppen.
Die Teilnehmer:innen laden eigene Patient:innen ein oder stellen sich selbst zur Verfügung, um die Pulse anfangs vom Dozenten tasten zu lassen. Im Anschluss haben die Teilnehmer:innen die Möglichkeit, das Gefühlte nachzufühlen. Dabei werden die Palpationsfähigkeiten der Teilnehmer:innen im direkten Patient:innenkontakt verfeinert und vertieft.
Ich habe mir gerade den Film über das ABZ-Mitte angeschaut und finde ihn sehr inspirierend. Er transportiert für mich genau die Atmosphäre, die dort herrscht. Die Begeisterung für die Chinesische Medizin und die Freude daran, immer weiter zu lernen mit Menschen, die diese Leidenschaft vermitteln und teilen.
Am letzten Wochenende dürfte ich das wieder bei der Shen Hammer Pulsdiagnose mit Sebastian Kütter erleben. Ich fühlte mich bei diesem Kurs sehr gut betreut. Es war toll, so viel Zeit für das Pulsfühlen zu haben und das kontinuierliche Feedback von Sebastian zu bekommen. Für mich war es eine so gute Erfahrung, Vertrauen zu gewinnen in das, was meine Finger tasten. Zu üben, noch aufmerksamer zu fühlen. Und schließlich, gemeinsam über die Diagnose und Therapiestrategie zu sprechen.
Herzlichen Dank dafür! - Anne
Grundkenntnisse in Chinesischer Medizin/Akupunktur
Alle Teilnehmer:innen erhalten eine Teilnahmebestätigung der Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V.
Im Anschluss an die Kursreihe besteht die Möglichkeit das Wissen an Praxistagen mit den Dozenten oder in Einzel- oder Kleingruppen-Coachings zu vertiefen.
Bei einer ausreichenden Teilnehmer:innenzahl besteht die Möglichkeit einen Vertiefungskurs zu buchen, bei dem weitere Besonderheiten dieses Systems vorgestellt werden, die ein solides Grundverständnis der Basiskenntnisse voraussetzen.
Veranstaltungsort
Ausbildungszentrum Mitte
Frankfurter Str. 59
63067 Offenbach, im Hof Eingang rechts, 3. Stock
Tel: 069 / 82 36 14 17, E-Mail
In der Woche vor Seminarbeginn bekommen sie die Scripte als PDF zugesandt. Wenn sie einen Ausdruck wünschen wenden sie sich formlos per Mail an das Schulbüro.
Termin
Modul A 03.-05.07.2026
Modul B 28.-30.08.2026
Kurszeiten
Freitag: 10.00 – 17.30 Uhr
Samstag: 10.00 – 18.30 Uhr
Sonntag: 09.30 - 16.00 Uhr
Creditstunden: 23
Teilnehmer:innen: min. 9 - max. 16 (ab 12 + Assistenz)
bei 6-8 Teilnehmer:innen unterrichtet 1 Dozent
Zertifizierung vom BDH und Anerkennung vom TCM Fachverband Schweiz werden beantragt.
Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie 2-3 Wochen vor Kursbeginn eine Rechnung mit allen Kursdaten und den genauen Informationen zu den Zahlungsmodalitäten.
Kosten: 1.450,00 € (2 Raten zu 725,00 €)
AGTCM-Mitglieder: 1.160,00 € (2 Raten zu 580,00 €)
TCM Fachverband Schweiz-Mitglieder: 1.305,00 € (2 Raten zu 652,50 €)